
Ibrahim Arslan erhält den Humanismus-Preis für Menschenrechte 2026
Der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg und die Humanismus Stiftung Berlin verleihen den mit 10.000 Euro dotierten Humanismus-Preis für Menschenrechte 2026 an Ibrahim Arslan. Die Jury würdigt damit seine herausragende Lebensleistung im Einsatz gegen Rassismus und rechtsextreme Gewalt sowie für eine selbstbestimmte Erinnerungskultur.
Ibrahim Arslan überlebte als Siebenjähriger den rassistischen Brandanschlag von Mölln im Jahr 1992, bei dem seine Großmutter, seine Schwester und seine Cousine ermordet wurden. Seit vielen Jahren stärkt er die Stimmen von Überlebenden und Angehörigen rassistischer Gewalt und setzt sich für ihre Beteiligung an Erinnerungskultur und gesellschaftlichen Debatten ein. Mit der von ihm mitinitiierten „Möllner Rede im Exil“ und seiner Bildungsarbeit hat er eine Erinnerungskultur mitgeprägt, die die Erfahrungen und Stimmen der Betroffenen ins Zentrum stellt.
„Ibrahim Arslan steht für eine selbstbestimmte Erinnerungskultur, die den Erfahrungen und Perspektiven von Überlebenden rassistischer Gewalt Raum und Gewicht gibt. Er bestärkt Menschen darin, ihre Geschichte selbst zu erzählen, ihre Rechte einzufordern und gesellschaftliche Veränderung mitzugestalten. Sein Engagement ist ein eindrucksvolles Beispiel für gelebte Menschenwürde, Selbstbestimmung und Solidarität“, erklären Anja Krüger-Chan, Vorständin des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg, und Rey Krentz, Vorstandsvorsitzende der Humanismus Stiftung Berlin.
Die Auszeichnung wird in diesem Jahr zum 11. Mal vergeben. Zugleich feiert die Humanismus Stiftung Berlin ihr 20-jähriges Bestehen. Die feierliche Preisverleihung findet am 10. Dezember 2026, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, um 18 Uhr im Ballhaus Wedding statt. Die Laudatio hält Deborah Feldman. Musikalisch gestaltet Berivan Kaya den Abend.
Mitglieder der Jury 2026
Stefan von Raumer
Präsident des Deutschen Anwaltvereins (DAV), Rechtsanwalt und Menschenrechtsexperte
Birgit Lohmeyer
Menschenrechtsaktivistin, Mitinitiatorin von „Jamel rockt den Förster“ und Trägerin des Humanismus-Preises für Menschenrechte 2023
Mubarak Bala
Nigerianischer Menschenrechtsaktivist und ehemaliger Präsident der Humanist Association of Nigeria
Anja Krüger-Chan
Vorstandsmitglied des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg
Rey Krentz
Vorstandsvorsitzende der Humanismus Stiftung Berlin