Jubiläum 2026
Seit zwanzig Jahren lebt eine Idee, die von Menschen getragen wird: die Überzeugung, dass eine selbstbestimmte, gerechte und menschenwürdige Welt möglich ist – wenn wir sie gemeinsam gestalten.
Seit zwei Jahrzehnten fördert die Humanismus Stiftung Berlin dieses Engagement. Sie stärkt Institutionen und ihre Projekte, die Bildung ermöglichen, Begegnung schaffen und gesellschaftliche Verantwortung erfahrbar machen. Zugleich trägt sie dazu bei, dieses Engagement sichtbar werden zu lassen und ihm Anerkennung zu verleihen – etwa durch den Humanismus-Preis. Aus Zustiftungen und Erbschaften engagierter Menschen ist zudem ein Zukunftsfonds gewachsen, der eine tragfähige Grundlage schafft, um auch in Zeiten der Unsicherheit eine verlässliche, an den Menschenrechten orientierte demokratische Arbeit zu sichern und fortzuführen.
Getragen wird all dies von Menschen, die sich mit Überzeugung und Hingabe einbringen. Als reine Förderstiftung lebt die Humanismus Stiftung Berlin vollständig vom ehrenamtlichen Engagement und von einer treuen Spenderschaft, die ihre Werte teilt und ihr Wirken mit Vertrauen begleitet.
Zum 20-jährigen Bestehen steht deshalb nicht die Stiftung im Mittelpunkt, sondern all jene, die diese Haltung teilen und mit Leben füllen. Gemeinsam mit Fördernden, Zustifter*innen und Freund*innen wird dieses Jubiläum am Tag der Menschenrechte am 12. Dezember 2026 im Rahmen der Verleihung des Humanismus-Preises gefeiert.
Jahresbericht 2025
Im Jahr 2025 stellte die Humanismus Stiftung Berlin insgesamt 20.000 Euro für Projektförderungen bereit und unterstützte zentrale Vorhaben ihrer Partnerinstitutionen.
Humanistische Hochschule Berlin
Mit dem Ausbau des neuen Studienschwerpunkts „Digitale Ethik/Digitaler Humanismus“ stärken wir die Auseinandersetzung mit der Frage, wie digitale Transformation so gestaltet werden kann, dass sie Menschenwürde, Demokratie und soziale Gerechtigkeit fördert. Die Studierenden lernen, Technik verantwortungsvoll zu reflektieren, kritisch einzuordnen und im Sinne des Menschen zu gestalten. Mit unserer Förderung unterstützen wir konkret den Aufbau von Lehre und Forschung in diesem zukunftsweisenden Studienbereich. Dazu zählten die Ausstattung von Seminarräumen sowie die Erweiterung des Bibliotheksbestands.



Humanistische Akademie Berlin-Brandenburg
Mit ihren Veranstaltungen und Publikationen stärkt die Humanistische Akademie Berlin-Brandenburg den offenen Austausch über zentrale Fragen unserer Zeit. Drei Veranstaltungsformate werden in 2025 unterstützt, die unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen, zum Dialog anregen und Orientierung in gesellschaftlichen Debatten bieten. Junge Menschen und eine interessierte Öffentlichkeit werden ermutigt, sich mit Themen wie Lebensentwürfen, Sinnfragen und Zusammenleben auseinanderzusetzen.
- Jugendprojekttag Von Tradwife zu Childfree. Lebensmodelle der Generation Z
- Tagung Humanistische Spiritualität – Zwischen Vernunft, Sinn und Transzendenz im Diesseits
- Humanistisch-jüdischen Dialoge
Mit unserer Förderung der zwei Publikationen Humanistische Lebensbegleitung in Krisenzeiten und Ulrich von Hutten. Ein Mensch mit seinem Widerspruch tragen wir dazu bei, humanistische Positionen und Forschung sichtbar zu machen.


Eigenes Projekt der Stiftung
Mit der Ausstellung Gesichter des Friedens setzte die Stiftung ein eigenes Zeichen. Die Ausstellung wurde am Tag der Menschenrechte eröffnet und machte persönliche Geschichten von Friedensengagement sichtbar. Sie erreichte Besucher*innen des Hauses des HUMANISMUS sowie eine breitere Öffentlichkeit.


Jahresbericht 2024
Sehr geehrte Stifter*innen, sehr geehrte Förderer, sehr geehrte Interessierte,
der aktuelle Jahresbericht für 2024 liegt vor. Hierin möchten wir wie immer Rückschau halten und Ihnen über die Ereignisse und Aktivitäten des zurückliegende Jahres berichten.
Insgesamt wurden 18.597,55 Euro zur Erfüllung des Satzungszwecks ausgegeben. Davon flossen 17.500 Euro in die Projektförderung (Ausschüttungen an die Projekte der antragsberechtigen Körperschaften) und 1.097,55 Euro in Personalkosten.
Folgende Projekte erhielten eine Förderung:
Projekt: Aufbau & Einrichtung der wissenschaftlichen Bibliothek
Institution: Humanistische Hochschule Berlin AdöR
Fördervolumen: 10.200 Euro



Projekt: Lange Nacht der Wissenschaften der Hochschule Berlin
Institution: Humanistische Akademie Berlin-Brandenburg e.V.
Fördervolumen: 3.300 Euro

Projekt: Kulturveranstaltungen im Haus des HUMANISMUS
Institution: Humanistischer Verband Berlin-Brandenburg KdöR
Fördervolumen: 4.000 Euro



Lesen Sie hier unseren vollständigen Jahresbericht.
Neues Vorstandsteam 2024

Am 24. September 2024 hat der Stiftungsrat den neuen Vorstand für die kommende Legislatur von vier Jahren berufen. Rey Stefanie Krentz wird weiter den Vorsitz des Gremiums übernehmen. Christin Richter wurde als stellvertretenden Vorsitzende gewählt. Neu wird das Vorstandsteam durch den Rechtsanwalt Benjamin Weber erweitert.
Das Vorstandsteam hat sich für die Amtszeit folgende Themen auf die Agenda gesetzt:
- Aufbau des Kapitalstocks der Stiftung
- Ausbau des Erbschaftsfundraisings und neuer Modelle des Zustiftens
- 20jähriges Jubiläum der Stiftung in 2026
- Förderung von humanistischen Leuchtturmprojekten
“In den kommenden vier Jahren stehen viele große Themen bevor. Wir wollen uns als Stiftung mit dem Zukunftsfonds noch stärker und sichtbarer für eine humanistische Zukunft positionieren. Wir möchten Menschen begeistern, in den Fonds zu investieren und so eine demokratische Gesellschaft auf der Basis humanistischer Werte zu sichern.”
Neuer Stiftungsrat berufen

Am 9. Juli 2024 hat das Präsidium des Humanistischen Landesverbandes Berlin-Brandenburg acht Mitglieder in den Stiftungsrat der Stiftung für eine Amtszeit von vier Jahren berufen. Wir freuen uns sehr, dass der Rechtsanwalt Marcel Werner und der Nonprofit Manager Gero Niggemeier als neu ernannte Mitglieder den Rat erweitern werden. Ausgeschieden aus dem Stiftungsrat ist nach jahrelanger und vertrauensvoller Zusammenarbeit der Rechtsanwalt Dr. Thomas Heinrichs, für dessen Engagement wir ganz herzlich Danke sagen.
Berufen wurden (2024-2028):
Jan Gabriel (Vorsitzender) | IT-Berater
Joachim Garbe-Emden | Rechtsanwalt und Notar
Dr. Veronika Luebke | Geschäftsführerin,
Mitglied im Präsidium des HVD BB KdöR
Gero Niggemeier | Nonprofit Manager u.a. für die Dr. Auma Obama Foundation Sauti Kuu
Prof. Dr. Jörg Soller | em. Professor an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin
Dr. Felicitas Tesch (stellvertretende Vorsitzende) | Studienrätin,
Stellvertretende Präsidentin des HVD BB KdöR
Marcel Werner | Rechtsanwalt | Chefjustiziar bei der Stiftung Mercator GmbH
Steffen Zillich | Parlamentarischer Geschäftsführer im Abgeordnetenhaus von Berlin
Die erste konstituierende Sitzung des neu berufenen Gremiums wird Ende September 2024 stattfinden. Auf dieser wird dann der Vorsitz und dessen Stellvertretung gewählt sowie das Vorstandsteam für die kommenden vier Jahre berufen.
Geförderte Projekte in 2023
Im vergangenen Jahr konnten mit der Förderung durch unsere Stiftung folgende Projekte finanziert werden:
Die Humanistische Akademie Berlin-Brandenburg e.V. hat mit den zur Verfügung gestellten Mitteln mehrere ihrer Vorhaben absichern können: Im Rahmen eines Humanismus-Kolloquiums konnte der Vortrag von Prof. Dr. Thomas Fuchs, Professor für philosophische Grundlagen der Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Heidelberg, zum Thema „Künstliche Intelligenz, digitale Hybris und ein Humanismus der Verkörperung“ realisiert werden. Des Weiteren wurde die Begleitung der Tagung „Waffen nieder oder Waffen liefern? Pazifismus gestern und heute“ zum 180. Geburtstag Berta von Suttner`s mit Stiftungsmitteln gesichert. Auch der Fachvortrag von Antonia Siebeck, einer ehemaligen Stipendiatin des Bertha von Suttner-Studienwerks, im November zum Thema „Andere gut verstehen. Ein erkenntnistheoretischer Blick auf gegenwärtige Narrative“ wurde dank der Stiftungsmittel durchgeführt. Außerdem konnte mit den zur Verfügung gestellten Fördermitteln ein Konzept für eine mehrteilige Veranstaltungsreihe „Praktischer Humanismus“ erstellt werden.



Die 2022 gegründete Humanistische Hochschule Berlin AdöR arbeitet daran, eine zentrale Bibliothek sowie ein Bibliothekssystem für Studierende, wissenschaftlich Mitarbeitende und Lehrende anzuschaffen. Im Jahr 2023 konnten sie dank der Projektförderung der Humanismus Stiftung Berlin mit dem Bibliotheksaufbau beginnen. 147 Buchtitel wurden erworben und somit die ersten Anschaffungen für die Fachbibliotheken Soziale Arbeit, Angewandte Ethik, Humanistische Lebenskunde getätigt. Darüber hinaus wurden übergreifende Werke, beispielsweise zum wissenschaftlichen Arbeiten, beschafft. Seit Beginn des Wintersemesters 2023/2024 steht dieser kleine Handapparat ca. 70 Studierenden, vier wissenschaftlich Mitarbeitenden und fünf Professor*innen zur Verfügung. Die Hochschule plant, eine umfassende Bibliothek aufzubauen.
Der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg KdöR hat die Projektförderung genutzt, um im Rahmen des Seniorenbüros die technische Ausstattung für Senior*innen zu verbessern. Dies ermöglichte eine erweiterte digitale Teilhabe für die Durchführung von Workshops und Schulungen. Die neu beschaffenen Geräte konnten dazu beigetragen, die digitale Kompetenz und die digitale Inklusion älterer Menschen in der Stadt voranzutreiben.
Neue Förderrichtlinien 2024
Im Jahr 2023 sind die Förderrichtlinien der Stiftung grundlegend überarbeitet und durch Stiftungsvorstand und Stiftungsrat verabschiedet worden. Ziel der neuen Förderrichtlinien ab 2024 ist es, künftig auch größere Vorhaben umfassend fördern zu können. Aus diesem Grund haben wir die frühere Fördergrenze in Höhe von maximal 5.000 Euro je Projektantrag aufgehoben.
Die ausgereichten Fördermittel setzten sich zusammen aus den Erträgen unseres Stiftungsvermögens und den Spenden der Unterstützer*innen der Humanismus Stiftung Berlin. Wir danken unseren Spender*innen, dass sie jedes Jahr wieder spannende humanistische Projekte fördern.
Antragsberechtigt bleiben laut Satzung ausschließlich Projekte und Einrichtungen des Humanistischen Verbands Berlin-Brandenburg, der Humanistischen Akademie Berlin-Brandenburg und der Humanistischen Hochschule Berlin.

Humanismus-Preis 2023
Die Jury verleiht den Humanismus-Preis für Menschenrechte 2023 an das Ehepaar Birgit und Horst Lohmeyer und würdigt damit ihr entschiedenes Engagement gegen Rechtsextremismus.
Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert.

Begründung der Jury
In einer Zeit, die zunehmend von Populismus und Verschwörungsglauben, von wachsendem Rassismus und extremistischen Ideologien geprägt ist, stellen Birgit und Horst Lohmeyer einen leuchtenden Gegenpol dar. Auf ihrem privaten Grundstück in Jamel bei Wismar erheben sie mit kulturellen Veranstaltungen, Konzerten und Kunstausstellungen ihre Stimme für Demokratie, Toleranz und Menschenrechte.


Mit bewundernswerter Entschlossenheit stellen sie sich dem wachsenden Rechtsruck entgegen. In einem Umfeld, das sich zunehmend radikalisiert und extremistischen Ansichten Raum gibt, machen Birgit und Horst Lohmeyer auf die wachsenden Rassismuserfahrungen in Mecklenburg-Vorpommern aufmerksam und rücken sie in den Fokus von Politik, Gesellschaft und Medien. Diese Tendenzen betreffen nicht nur den ländlichen Raum, sondern sind ein gesamtgesellschaftliches Problem im Norden und Süden, im Osten und im Westen Deutschlands.
Ihr beispielloses Engagement fand 2007 mit der Gründung des Festivals „Jamel rockt den Förster“, das bundesweit zu einem Symbol des Widerstands gegen Hass und Intoleranz geworden ist, einen neuen Ausdruck: Mehr als tausend Menschen, Musiker*innen und Kulturschaffende kommen jedes Jahr zusammen. Auch als Plattform für demokratischen Austausch hat „Jamel rockt den Förster“ an Bedeutung gewonnen. Es bietet Sichtbarkeit und Raum für die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus. Es gestaltet aktiv eine demokratische Gemeinschaft, indem es Organisationen und Initiativen aus der Region zusammenbringt, Bildungsarbeit leistet und Workshops durchführt.
Das persönliche Risiko, das Birgit und Horst Lohmeyer mit ihrem Engagement eingehen, verdient höchste Anerkennung: Trotz Widerständen und täglicher Bedrohungen geben sie ihren Raum nicht auf und bleiben unbeirrt standhaft.
Die Jury würdigt den Mut und die Entschlossenheit des Ehepaars Lohmeyer als herausragende Verteidiger*innen der Demokratie. Sie sind Vorbilder und Wegbereiter*innen für eine Gesellschaft, die sich gegen jede Form von Extremismus zur Wehr setzen muss. Ihr Engagement ist zugleich ein Aufruf zum Handeln und ein lebendiges Zeugnis dafür, dass der Einsatz für die Demokratie auch unter schwierigen Bedingungen möglich ist.


Vorsitz neu gewählt
Seit 2018 ist Rey Stefanie Krentz Mitglied des Vorstands der Humanismus Stiftung Berlin. Am 28. März 2023 wurde sie zur Vorsitzenden des Vorstands gewählt.
Zum 31. Dezember 2022 ist Manfred Isemeyer als ‘Gründungsvater’ und langjähriger Vorsitzender des Vorstands aus der Humanismus Stiftung Berlin ausgeschieden. Wir sind Manfred Isemeyer zutiefst dankbar für sein Engagement und seine Gestaltungskraft, die er voll in die Stiftungsarbeit eingebracht hat. So ein ‘Generationenwechsel’ stellt eine verhältnismäßig kleine Stiftungsstruktur erst einmal vor neue Herausforderungen. Ich freue mich, den Vorsitz übernehmen zu dürfen und gemeinsam mit meinen Vorstandskolleg*innen die Stiftungsarbeit weiter zu profilieren. Wir werden die Angebote unserer Förderinstrumente erweitern und neue Möglichkeiten des Stiftens erarbeiten. Des Weiteren wollen wir die jährlichen Ausschüttungen an innovative, humanistische Projekte neu strukturieren.
Rey Stefanie Krentz über ihre neue Rolle als Vorsitzende

Der neue Vorstand der Humanismus Stiftung Berlin setzt sich wie folgt zusammen:
- Rey Stefanie Krentz – Vorstandsvorsitzende
- Ulrich Zschocke – stellv. Vorstandsvorsitzender
- Christin Richter – Vorstand
Christin Richter wird Vorstand

Wir freuen uns außerordentlich, dass der Stiftungsrat der Humanismus Stiftung Berlin am 28. März 2023 Christin Richter als neues Vorstandsmitglied berufen hat. Wir blicken mit viel Freude auf die Zusammenarbeit.
Vita
Christin Richter, geboren 1982 in Wolfen, ist sie eine von zwei Geschäftsführerinnen der Stiftung Preußische Seehandlung mit Sitz in Berlin. In Bayreuth und Bochum studierte sie Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft sowie Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und begann nach ihrem Studium 2010 die Arbeit für Christoph Schlingensiefs internationales Kunstprojekt Operndorf Afrika. In diesem Zusammenhang war sie im Projektbüro Berlin und regelmäßig vor Ort in Burkina Faso für die Realisierung des Projektes mitverantwortlich. Seit März 2020 ist sie Teil der Geschäftsführung der Stiftung Preußische Seehandlung. Die traditionsreiche Berliner Stiftung mit Schwerpunkt der Kultur- und Wissenschaftsförderung ist bekannt durch die Vergabe des Berliner Literaturpreis und den Theaterpreis Berlin, die einmal jährlich durch die Regierende Bürgermeisterin von Berlin verliehen werden. Von März 2022 bis März 2023 war sie Mitglied des Kuratoriums des HVD.
Der neue Vorstand der Humanismus Stiftung Berlin setzt sich wie folgt zusammen:
- Stefanie Krentz – Vorstandsvorsitzende
- Ulrich Zschocke – stellv. Vorstandsvorsitzender
- Christin Richter – Vorstand
