Humanistischer Salon

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Humanistischer Salon

Thema: Das säkulare Berlin. Buchpräsentation
Wann: Montag, 27. September 2021 um 18 Uhr
Wo: Kulturvolk I Freie Volksbühne Berlin, Ruhrstraße 6, 10709 Berlin (U-Bhf. Konstanzer Straße; U-Bhf. Fehrbelliner Platz; Bus 104)

Anschließend Get together bei Wein und Brezeln.

Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten unter 030/61390481 oder info@humanismus-stiftung.de.

Neu erschienen ist der Stadtführer „Das säkulare Berlin. Auf den Spuren von Dissidenten, Freidenkern und Humanisten.“ Den Auftakt zur Buchpräsentation bietet unser Humanistischer Salon.

Der amerikanische Soziologe Peter L. Berger bezeichnete Berlin einmal als „Welthauptstadt des modernen Atheismus.“ Gemessen an der Einwohnerzahl unserer Stadt gehören heute nur noch weniger als ein Viertel der Einwohner den beiden großen Kirchen an. Das war nicht immer so: Die Volkszählung von 1885 erfasste für Berlin 3.419 Dissidenten, 303 „Confessionslose“, 3 Heiden du 299 Personen „unbestimmter Religion“, darunter Atheisten und Freidenker. Seitdem entstand eine säkulare Bewegung, deren Ziel eine humanistische Lebenswelt jenseits christlicher Konfessionen war und ist. Die wechselvolle Historie dieser weltanschaulichen Strömungen, ihrer Organisationen und Persönlichkeiten sind weitgehend in Vergessenheit geraten.

Der vom Humanistischen Verband Berlin-Brandenburg KdöR herausgegebene Stadtführer „Das säkulare Berlin. Auf den Spuren von Dissidenten, Freidenkern und Humanisten“ informiert über die Lebensläufe von streitbaren Persönlichkeiten, die Geschichte ihrer Organisationen und gesellschaftlichen Strömungen von der frühen Aufklärung bis in die Gegenwart. Auf 20 Touren durch die Stadt sind die Wohn- und Wirkungsstätten von Frauenrechtlerinnen, Schriftsteller*innen, Arbeiterführern und Künstler*innen quer durch fünf Jahrhunderte zu entdecken.

Die Sozialwissenschaftlerin Dr. Gisela Notz und der Studienleiter des August-Bebel-Instituts, Reinhard Wenzel, präsentieren das Buch. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit Kulturvolk I Freie Volksbühne Berlin statt. Der Autor des Stadtführers, Manfred Isemeyer, wird anwesend sein und signieren.

Ausblick

Nach den erfolgreichen geführten Stadtrundgängen in diesem Sommer und der hohen Nachfrage planen wir eine Fortsetzung der Stadtführungen duch Berlin mit dem Autor Manfred Isemeyer im Herbst.

15 Jahre Stiftungsarbeit

In diesem Jahr blicken wir auf 15 Jahre erfolgreiche Stiftungsarbeit. Dieses Jubiläum bietet uns Anlass, den Auftritt nach außen mit einer neuen Stiftungsbroschüre zu krönen. In der neuen Broschüre werden alle Aktivitäten der Stiftung, die von Projektförderungen über Preisverleihungen hin zu den Humanistischen Salons reichen, im neuen Gewand vorgestellt. Als Stiftung danken wir ganz herzlich den vielen Zustifter_innen, Spender_innen und Testamentsspender_innen für ihr fortlaufendes Engagement.

Hier steht Ihnen unsere neue Imagebroschüre zum Download bereit:

Preisträgerinnen 2021

Drei polnische Aktivistinnen erhalten Humanismus-Preis für Menschenrechte 2021

Joanna Gzyra-Iskandar, Anna Prus und Elżbieta Podleśna: Drei mutige Frauen, die sich in unserem Nachbarland Polen gegen Menschenrechtsverletzungen zur Wehr setzen.

Der mit 10.000 Euro dotierte Humanismus-Preis für Menschenrechte von der Humanismus-Stiftung und dem Humanistischen Verband Berlin-Brandenburg geht in diesem Jahr an die polnischen Menschenrechtsaktivistinnen Anna Prus, Elżbieta Podleśna und Joanna Gzyra-Iskandar.

In der Begründung der Jury heißt es:

“Die drei Frauen setzen sich mit Entschlossenheit, Zivilcourage und Klugheit für Rechtsstaatlichkeit, Menschen- und Bürger_innenrechte, insbesondere für die Rechte von Frauen und LGBTI-Personen ein. Ihr Protest richtet sich gegen häusliche Gewalt, gegen die Verbreitung von Hassreden in den Medien und die Verweigerung der Behörden, Asylanträge von Geflüchteten anzunehmen. Ihre Geisteshaltung macht sie nicht nur zu Humanistinnen, sondern auch zu politischen Menschen, obwohl sie keiner Partei angehören. Sie sind keine Mandatsträgerinnen polnischer Frauenorganisationen, aber sie sind außergewöhnliche Aktivistinnen, die sich mit ihrer Stimme gegen Menschenrechtsverletzungen engagieren. Ihr Plädoyer gilt einer offenen, demokratischen und toleranten Gesellschaft.”

Die nationalkonservative Regierung Polens untergräbt seit Jahren die Unabhängigkeit der Justiz. Menschen, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen, werden diskriminiert und müssen mit strafrechtlicher Verfolgung rechnen. 2020 wurden Anna Prus, Elżbieta Podleśna und Joanna Gzyra-Iskandar beschuldigt, Transparente angefertigt zu haben, die die Jungfrau Maria mit einem Heiligenschein in den Farben der Regenbogenfahne zeigten. Dafür wurden sie wegen der “Beleidigung religiöser Überzeugungen” angeklagt – eine Straftat, die nach Paragraph 196 des polnischen Strafgesetzbuches mit bis zu zwei Jahren Haft geahndet werden kann. Erst durch Druck der internationalen Zivilgesellschaft wurden die Frauen im März 2021 freigesprochen.

Die diesjährigen Jurymitglieder des Humanismus-Preises sind Seyran Ateş, Volker Wieprecht, Christin Richter, Manfred Isemeyer und David Driese.

Die feierliche Verleihung des Humanismus-Preises für Menschenrechte an Joanna Gzyra-Iskandar, Anna Prus und Elżbieta Podleśna findet am Internationalen Tag der Menschenrechte – Freitag, den 10. Dezember 2021  – in Berlin statt.

Jetzt bewerben!

Den Humanismus Preis für junges Engagement “Jugend gestaltet Zukunft” lobt die Humanismus Stiftung Berlin erstmalig in 2021 aus.

Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert und wird künftig alle zwei Jahre vergeben. Er würdigt junge Personen oder Gruppen, die sich in besonderer Weise mit einem Projekt um die Stärkung des demokratischen Miteinanders verdient gemacht haben.

Angesprochen sind engagierte junge Menschen, die sich für eine demokratische Kultur stark machen und sich für die Menschenrechte, speziell Kinderrechte, einsetzen. Weiter werden Initiativen gefördert, die gesellschaftliche Schranken überwinden und Gegensätze überbrücken sowie Menschen miteinbinden, die sonst nicht erreicht werden oder Partizipation und ehrenamtliches Engagement fördern.

Bewerbungsschluss ist der 15. September 2021.

Hier könnt ihr euer Projekt einreichen oder andere Personen oder Gruppen für den Preis nominieren.

Weitere Informationen zum Preis und den Bedingungen findet ihr hier. Bei Fragen berät euch Andrea Käthner-Isemeyer gerne unter Tel. 030/61390481 oder E-Mail info@humanismus-stiftung.de.